Architecture Practique
Autor Bullet, Pierre ;
Titel Architecture Practique
Untertitel qui comprend le détail du Toise, et du Devis des Ouvrages de Massonnerie, Charpenterie, Menuiserie, Serrurerie, Plomberie, Vitrerie, Ardoise, Tuile, Pave de Grais & Impression.
Publikationsjahr 1691
Publikationsort Paris
Verlag/Herausgeber Etienne Michallet
Sprache Französisch
Illustrationen Ja
Beschreibung

Pierre Bullet (Paris 1639 – Paris 1716 ) war königlicher Architekt und Mitglied der Académie Royale d’Architecture in Paris. Einleitend in seinem Werk kritisiert Bullet den Architekten/Verleger Du Cerceau (> Androuet Du Cerceau 1549) und den Mediziner Louis Savot (> Savot 1624) betreffs ihrer grundsätzlichen Kompetenz über Architektur zu schreiben und spezifischer zu ihrer Vorgehensweise bei den Bauberechnungen in ihren Publikationen. Bullet steht ausdrücklich zu einer grundsätzlichen Ausbildung und langjährigen Erfahrung als Architekt, um die Komplexität des Berufes zu verstehen und beurteilen zu können.

Bullet schuf eine umfassende, gut illustrierte und praktische Anleitung für Architekten, die alles Wichtige über Bauen und Malen rund um den Bau enthält: Beginnend mit der Besprechung der verschiedenen Stile, folgen: das Bearbeiten von Holz, Schreinerei, Holzbau; Verglaserei; Eisen- oder Bleiarbeiten; Gewölbebau, Dächer, Cheminées; Werkstoffe und deren Eigenschaften, wie Stein, Metall, Glas; Mischungen von Sand und Kalk; Gips, Ziegel; Kostenberechnung, Ausführung, Preise usw. Abschnitte über Malerei am Bau, Malerei und Firnisse, Vergoldung, Skulptur, Bronze (Auftrag von Bronzepulver über einer Schicht Firnis oder mordant), Marmor usw.

Die Malerei am Bau, die Flachmalerei, nennt er Peinture d’impression oder Barbouillage, sie wird mit dem grossen Malerpinsel oder der Malerbürste aufgetragen. Bullet nennt die genaue Anzahl Schichten, die je nach Bereich aufzutragen sind, deren Bearbeitung, sowie die Pigmente, die je nach Qualität in Öl oder in Tempera zu binden sind, wobei bei ihm, oder generell in der französischen Malerei mit Tempera Leimmalerei gemeint ist, normalerweise wird am Bau mit Handschuhleim oder Pergamentleim noch warm über Grundierungsschichten aus Spanischweiss (Blanc d’Espagne, gros blanc) gearbeitet. Für alte Decken empfiehlt Bullet vor dem Auftrag der Leimmalerei mehrere Schichten Kalkmalerei aus gelöschtem Kalk (> echauder). Für die Ölmalerei über Grundierung (aus Bleiweiss, blanc de ceruse) verwendet man Nuss- oder Leinsamenöl, mit Zugabe eines Sikkativmittels, wie Litharge oder Therpentinöl. Um die Pigmente anzureiben wird Nelkenöl bevorzugt (huile d’oeiller). Ölmalerei wie auch Leimmalerei können mit einem Weingeistfirnis gefirnisst werden, mit einer Mischung u.a. aus Weingeist (Alkohol), Kopal (gomme copale) und Sandarak. Ölmalerei auf einer bestimmten Fläche ist in der Zeit 4x teurer als Leimmalerei.

In der Vergoldung unterscheidet er Mattvergoldung (or mat oder or couleur) und Polimentvergoldung (or bruni, taillé et réparé). Beide Vergoldungen werden traditionnel ausgeführt, Mattvergoldung mit Auftrag von Blattgold über mehreren Ölschichten aus Nussöl bei gedeckten Bereichen, Ölschichten mit Auftrag von Ocker auf nicht gedeckten Bereichen. Die Polimentvergoldung wird über mehreren Schichten weisser Leimmalerei (> blanc à dorure), einer oder zwei Schichten assiette, die aus Leim und sanguine (Blutstein oder roter Ocker) oder einer dunklen und schmutzigen Pigentmischung besteht. Das Goldblatt wird über klarem Wasser aufgetragen und geschliffen (> brunir).

Die Skulptur / Plastik sollte in Frankreich an den Aussenfassaden sehr sparsam verwendet werden, sonst nennt Bullet überladene Fassaden verächtlich Häckelarbeit (> dentelle). Im Innenraum darf Skulptur / Plastik aufgestellt werden, aber im Kanon der Zeit ausschliesslich vergoldet, farblich gefasste Holzskulpturen sind absolut unschön und tabu. Metall wird bronziert.

 

Ab der französischen Ausgabe Paris 1755 sind wichtige französische Gesetzgebungen und Verordnungen für den Architekten beigegeben.

Ausgaben Weitere frz. Ausgaben: Chez Jean-Thomas Herissant, Paris 1755 | erweiterte Ausgaben: Chez Didot, Nyon, Savoye et Damonneville, Paris 1755 | Herissant, Paris 1762 | Chez Herissant Fils, Libraire, Paris 1768 | Par la Compagnie des Libraires, Delalian, Paris 1774 | Chez Didot, Libraire pour l’Artilllerie & le génie, les Mathémathiques & l’Architecture, Paris 1788 | Paris 1812 | erweiterte und neu gestaltete Ausgaben: Le nouveau Bullet, Audin, Paris 1818 und 1825/26.
Reprint der Ausgabe Paris 1691 bei Reprint Minkoff, Genf 1975.
Verfasser Zindel 2017
Schlagworte
Architektur (Prävention, Konservierung und Restaurierung) Baubudget Blattgold Bleiguss (Skulptur und Plastik) Bronzeguss (Skulptur und Plastik) Gartenanlage Gips (Malerei) Gips (Bindemittel und filmbindendes Material) Gips (Skulptur und Plastik) Gipsmörtel Glas Holzbemalung Holzbemalung (Architektur) Holzbildhauer Holzfärbung Holzkitte (Architektur) Holzverbindungen (Architektur) Holzzubereitung Hydraulische Kalkmörtel Kalk (Bindemittel und filmbindendes Material) Kalk (Architektur) Kalkmörtel Keramik (Architektur) Keramik Konstruktion (Architektur) Maltechniken (Skulptur und Plastik) Maltechniken (Architektur) Massivmetallbearbeitung Mauerwerk Metall (Skulptur und Plastik) Metallapplikationen (Architektur) Metalle (Architektur) Metalle Metallgusstechniken (Skulptur und Plastik) Mörtel Nussöl Perspektive (Architektur) Pflasterarbeiten Pigmente Proportion Prävention, Konservierung und Restaurierung Putzverarbeitung Raumausstattung (Architektur) Sandqualität (Architektur) Stein (Prävention, Konservierung und Restaurierung) Stein (Architektur) Stein Steinbemalung (Architektur) Steineinlegearbeit (Mobiliar) Steinfassung Steinschneidearbeiten Steinverarbeitung (Architektur) Steinverarbeitung Stuckornament (Architektur) Terrakotten Theorie (Architektur) Ton (Skulptur und Plastik) Tonfliesen Töpferei Wachsmalerei (Architektur) Wandmalerei (Prävention, Konservierung und Restaurierung) Wandmalerei Zimmereiwerkzeuge Öle (Bindemittel und filmbindendes Material) Ölmalerei (Architektur)
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